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<title>Bleirute</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Bleirute</span></h1>
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<p><b>Bleiruten</b> sind meist H-förmige <a href="Konstruktionsprofil" title="Konstruktionsprofil">Profile</a> aus <a href="Blei" title="Blei">Blei</a>. Sie sind integraler Teil von <a href="Bleiglasfenster" title="Bleiglasfenster">Bleiverglasungen</a> und dienen zur Verbindung der Glasstücke.
</p><p>Sie bestehen aus den <a href="Flansch_(Stahlbau)" class="mw-redirect" title="Flansch (Stahlbau)">Flanschen</a>, zwischen welchen die Glasstücke stecken und dem Kern, der die Flansche miteinander verbindet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung">Herstellung</h2></div>
<p>Die Bleiverglasungstechnik existiert seit dem <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a>. Zu dieser Zeit wurde das, durch Erhitzen verflüssigte Blei in Holz- oder Eisenformen <a href="Gie%C3%9Fen_(Metall)" title="Gießen (Metall)">gegossen</a>. Anschließend wurden die daraus gewonnenen Rohlinge mit Messern nachbearbeitet.
</p><p>Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde die Nachbearbeitung mit dem Messer durch ein <a href="Streckziehen" title="Streckziehen">Kaltstreckverfahren</a> ersetzt. Dabei werden die noch groben Güsse durch einen sogenannten Bleizug gewalzt und in die abschließende Form gebracht.
</p><p>Neben den hauptsächlich verwendeten H-Profilen gibt es für unterschiedliche Anwendungen auch Bleiruten in U- und Y-Form.<sup id="cite_ref-:0_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weiterverarbeitung">Weiterverarbeitung</h2></div>
<p>Aufgrund der geringen Härte des Metalls, lassen sich Bleiruten mit einem sogenannten Bleimesser händisch abschneiden und biegen. Dadurch können sie an die <a href="Antikglas" title="Antikglas">Glasstücke</a> der Bleiverglasung angepasst werden.
</p>

<p>Nachdem alle Gläser der Bleiverglasung auf dem Werkstatttisch mithilfe der Bleiruten zusammengesteckt wurden, werden die Verbindungsstellen miteinander <a href="L%C3%B6ten" title="Löten">verlötet</a>. Dadurch entsteht das Bleinetz, die fertige Struktur aus Bleiruten, welche die Glasstücke zusammenhält. Der Lötvorgang mit dem <a href="L%C3%B6tzinn" class="mw-redirect" title="Lötzinn">Lötzinn</a> wird entweder nur punktuell an den Verbindungsstellen durchgeführt, teils wird aber auch das gesamte Bleinetz mit einer <a href="Zinn" title="Zinn">Zinnschicht</a> überzogen. Durch dieses sogenannte <a href="Verzinnen" title="Verzinnen">Verzinnen</a> entsteht ein homogeneres Erscheinungsbild des Bleinetzes. Da Zinn härter ist als Blei wird das Bleinetz dadurch auch stabiler.
</p><p>Nach dem Verlöten wird zwischen Glas- und Bleiruten <a href="Kitt#Fensterkitt" title="Kitt">Leinölkitt</a> eingeschlemmt. Der Kitt verfugt die Zwischenräume, wodurch das Bleifeld dichter und stabiler wird. Kleine Lücken zwischen Glas und Blei werden dabei kaschiert.
Um Witterungseinflüssen wie Wind oder mechanische Beanspruchungen bei öffenbaren Fenstern standhalten zu können, werden Bleiverglasungen mit so genannten <a href="Windeisen_(Bautechnik)" title="Windeisen (Bautechnik)">Windeisen</a> versteift. Dabei handelt es sich um Stahlstäbe, welche meist quer über das Bleifeld angebracht sind. Sie werden durch sogenannte Haften (Draht- oder Blei-Verbindungslaschen) mit dem Bleifeld verbunden.<sup id="cite_ref-:0_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung">Bedeutung</h2></div>
<p>In der <a href="Konservierung" title="Konservierung">Konservierung</a> von Bleiverglasungen haben die Bleiruten auf mehreren Ebenen Bedeutung. Sie sind historisches Zeugnis bestimmter Herstellungstechniken und können Hinweise auf den <a href="Provenienzforschung" title="Provenienzforschung">Ursprung</a> eines Fensters geben. Da Bleiruten einen integralen Bestandteil von Bleiverglasungen darstellen, gelten sie heute als konservatorisch relevant und sind daher im <a href="Denkmalschutz" title="Denkmalschutz">denkmalschützerischen</a> Kontexten erhaltenswert.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Alterung">Alterung</h2></div>
<p>Nach der Herstellung sind Bleiruten anfangs silber-glänzend. Durch <a href="Oxidation" title="Oxidation">Sauerstoff-Exposition</a> entsteht an der Oberfläche eine <a href="Bleioxid" class="mw-disambig" title="Bleioxid">Bleioxid</a>-Schicht. Diese <a href="Passivschicht" class="mw-redirect" title="Passivschicht">Passivschicht</a> macht die Oberfläche dunkelgrau-matt. Durch zusätzliche Witterungs- oder Substanzeinflüsse – wie z.&nbsp;B. <a href="S%C3%A4uren" title="Säuren">Säuren</a> in Hölzern von Fensterrahmen oder <a href="Kalkputz" class="mw-redirect" title="Kalkputz">Kalkputz</a> in eingeputzten Randbereichen – können Bleiruten stark angegriffen werden und sich in <a href="Bleiwei%C3%9F" title="Bleiweiß">Bleiweiß</a> umwandeln. Das weiße Pulver ist giftig und kann durch Aufwirbeln in die Atemwege gelangen (siehe <a href="Bleivergiftung" title="Bleivergiftung">Bleivergiftung</a>).<sup id="cite_ref-:0_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Galerie">Galerie</h2></div>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Bleiruten und Glasstücke werden am Werkstattisch zusammengesteckt und mit Nägeln stabilisiert.</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Mehrfach aufge­doppeltes Randblei mit Bleiweiß nach Ausbau aus Holzrahmen</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Unstabiles Blei­netz, das abge­­sackt und aus­ge­beult ist, wodurch sich Staub abge­lagert hat</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Hafte aus ver­zinntem Kupfer­draht zur Ver­bindung von Bleinetz mit Wind­eisen</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Hafte aus Blei (Blei­schnecke). Das schad­hafte Wind­eisen ist aus der Ver­ankerung in der Laib­ung geraten</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Gerissene Blei­rute in ver­zinntem Blei­netz</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Stücke von Bleiruten mit stegförmigen Abdrücken des Bleizuges aus dem Jahr 1724</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Bleiglasfenster" title="Bleiglasfenster">Bleiglasfenster</a></li>
<li><a href="Corpus_Vitrearum_Medii_Aevi" title="Corpus Vitrearum Medii Aevi">Corpus Vitrearum Medii Aevi</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Belege">Belege</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-:0-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_1-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Wolfgang Müller, Detlef Kruschke, Karin Adam: <cite style="font-style:italic">Verbleiung bei Glasmalereien</cite>. Hrsg.: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Arbeitsstelle für Glasmalereiforschung des Corpus Vitrearum Medii Aevi. Leipzig 2000, ISBN 3-361-00546-9.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bleirute&amp;rft.au=Wolfgang+M%C3%BCller%2C+Detlef+Kruschke%2C+Karin+Adam&amp;rft.btitle=Verbleiung+bei+Glasmalereien&amp;rft.date=2000&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3361005469&amp;rft.place=Leipzig" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Corpus Vitrearum, Nürnberg: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://vitrocentre.ch/wp-content/uploads/2023/03/cvrichtlinienkonservierung.pdf"><i>Richtlinien für die Konservierung und Restaurierung von Glasmalereien.</i></a> 2004,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13.&nbsp;August 2025</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABleirute&amp;rft.title=Richtlinien+f%C3%BCr+die+Konservierung+und+Restaurierung+von+Glasmalereien&amp;rft.description=Richtlinien+f%C3%BCr+die+Konservierung+und+Restaurierung+von+Glasmalereien&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fvitrocentre.ch%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2Fcvrichtlinienkonservierung.pdf&amp;rft.creator=Corpus+Vitrearum%2C+N%C3%BCrnberg&amp;rft.date=2004&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Arnold Wolff: <cite style="font-style:italic">Restaurierung und Konservierung historischer Glasmalereien: ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie</cite>. P. von Zabern, Mainz am Rhein 2000, ISBN 978-3-8053-2648-3.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bleirute&amp;rft.au=Arnold+Wolff&amp;rft.btitle=Restaurierung+und+Konservierung+historischer+Glasmalereien%3A+ein+F%C3%B6rderprojekt+des+Bundesministeriums+f%C3%BCr+Bildung%2C+Wissenschaft%2C+Forschung+und+Technologie&amp;rft.date=2000&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783805326483&amp;rft.place=Mainz+am+Rhein&amp;rft.pub=P.+von+Zabern" style="display:none">&nbsp;</span><span class="error" style="display:none"><b>Fehler in Vorlage:Literatur</b> – <span class="Zitationsfehler Zitationswartung" style="display:none">*** Parameterproblem: Dateiformat/Größe/Abruf nur bei externem Link</span></span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Neal A. Vogel, Rolf Achilles: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nps.gov/orgs/1739/upload/preservation-brief-33-stained-leaded-glass.pdf"><i>The Preservation and Repair of Historic Stained and Leaded Glass.</i></a> In: <i>ISSN: 978-0-16-078947-2.</i> National Park Service, U.S. Department of the Interior, Heritage Preservation Services,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13.&nbsp;August 2025</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABleirute&amp;rft.title=The+Preservation+and+Repair+of+Historic+Stained+and+Leaded+Glass&amp;rft.description=The+Preservation+and+Repair+of+Historic+Stained+and+Leaded+Glass&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.nps.gov%2Forgs%2F1739%2Fupload%2Fpreservation-brief-33-stained-leaded-glass.pdf&amp;rft.creator=Neal+A.+Vogel%2C+Rolf+Achilles&amp;rft.publisher=National+Park+Service%2C+U.S.+Department+of+the+Interior%2C+Heritage+Preservation+Services&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">David Dungworth, Roger Wilkes: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://historicengland.org.uk/research/results/reports/6279/ExaminationofHistoricWindowLead"><i>Examination of Historic Window Lead.</i></a> In: <i>ISSN 1473-9224.</i> 2002,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13.&nbsp;August 2025</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABleirute&amp;rft.title=Examination+of+Historic+Window+Lead&amp;rft.description=Examination+of+Historic+Window+Lead&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fhistoricengland.org.uk%2Fresearch%2Fresults%2Freports%2F6279%2FExaminationofHistoricWindowLead&amp;rft.creator=David+Dungworth%2C+Roger+Wilkes&amp;rft.date=2002&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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